Creative Assembly hat weitere Details zu den spielbaren Fraktionen in Total War: Medieval III bekannt gegeben – und gibt der Community dabei ungewöhnlich viel Einfluss auf die Entwicklung. Neben sechs bereits fest eingeplanten Fraktionen dürfen Fans über weitere mögliche Nationen und Reiche abstimmen.
Die Abstimmung soll dabei helfen, die Prioritäten für die verbleibenden Plätze im Startaufgebot festzulegen.
Sechs Fraktionen sind bereits gesetzt
Creative Assembly hat zunächst sechs Fraktionen bestätigt, die bei der Veröffentlichung definitiv spielbar sein sollen:
- Königreich England
- Königreich Frankreich
- Sultanat Rum
- Byzantinisches Reich
- Königreich Jerusalem
- Heiliges Römisches Reich
Bei der Auswahl spielen laut Entwickler mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem die historische Bedeutung und Bekanntheit einer Fraktion, ihre Ausgangslage im Jahr 1140 sowie die Möglichkeiten für unterschiedliche Kampagnenverläufe. Auch einzigartige Spielmechaniken können dafür ausschlaggebend sein.
England und Frankreich seien beispielsweise kaum aus einem Spiel über das mittelalterliche Europa wegzudenken. Das Heilige Römische Reich steht dagegen für die komplexen politischen Machtstrukturen des mittelalterlichen Europas.
Das Byzantinische Reich soll die Verbindung zur römischen Geschichte herstellen und befindet sich 1140 gleichzeitig in einer äußerst schwierigen Ausgangslage. Das Sultanat Rum repräsentiert die anatolischen Türken und deren Aufstieg zu einer bedeutenden Macht im Nahen Osten.
Das Königreich Jerusalem wiederum verkörpert die Kreuzfahrerstaaten und steht damit im Zentrum eines der prägenden Themen der Epoche.
23 weitere Fraktionen stehen zur Abstimmung
Wie viele Fraktionen insgesamt zum Release spielbar sein werden, steht noch nicht fest. Creative Assembly geht jedoch davon aus, dass neben den sechs gesetzten Fraktionen noch mehrere Plätze zu vergeben sind.
Dafür hat das Entwicklerteam eine Liste mit 23 weiteren Kandidaten zusammengestellt. Die Community soll deren Priorität mitbestimmen.
Italienische Stadtstaaten und Handelsrepubliken
- Republik Venedig
- Republik Genua
- Republik Pisa
- Kommune von Mailand
Die italienischen Mächte sollen den Gegensatz zwischen Handel, städtischer Selbstverwaltung und den politischen Ambitionen des Heiligen Römischen Reiches widerspiegeln.
Osteuropa
- Herzogtum Großpolen
- Königreich Ungarn
- Thema Bulgarien
Hier stehen Reiche im Mittelpunkt, die zwischen unterschiedlichen kulturellen und religiösen Einflüssen lagen.
Nordeuropa
- Königreich Schottland
- Königreich Norwegen
- Königreich Dänemark
- Königreich Schweden
Laut Creative Assembly handelt es sich um aufstrebende Reiche, die im Laufe des Mittelalters zunehmend an Bedeutung gewinnen sollten.
Iberische Halbinsel
- Königreich Kastilien
- Königreich León-Galicien
- Königreich Portugal
- Königreich Aragón
Die iberischen Reiche bieten aufgrund des Aufeinandertreffens unterschiedlicher Kulturen und Religionen eine besonders abwechslungsreiche Ausgangslage.
Sizilien
- Königreich Sizilien
Sizilien wird separat aufgeführt. Das normannisch geprägte Königreich soll dabei die besondere Entwicklung Süditaliens repräsentieren.
Muslimische Reiche
- Almohaden-Kalifat
- Fatimidenreich / Ayyubidisches Sultanat unter Saladin
- Zengiden-Atabegat
Diese Fraktionen sollen die großen muslimischen Dynastien und deren Machtkämpfe im Mittelmeerraum, in der Levante und im Nahen Osten abbilden.
Weitere mögliche Fraktionen
- Fürstentum Antiochia – ein multikultureller Kreuzfahrerstaat in der Levante
- Königreich Georgien – das Reich erlebt während des geplanten Zeitraums seine Blütezeit
- Großfürstentum Serbien
- Königreich Kroatien
Damit deckt die Auswahl ein beträchtliches Spektrum der europäischen und mediterranen Welt des Jahres 1140 ab.
Mongolen, Russen und Papststaaten zunächst nicht dabei
Einige häufig gewünschte Fraktionen fehlen bewusst auf der Liste.
Dazu gehören beispielsweise die Großseldschuken, die Mongolen und die russischen Fürstentümer. Der Grund ist vor allem die geplante Größe der Karte. Zum Release möchte Creative Assembly den Schwerpunkt auf den europäischen und mediterranen Raum legen. Gebiete außerhalb dieses Kartenausschnitts sollen daher zunächst keine Priorität haben.
Auch die Päpstlichen Staaten stehen nicht zur Abstimmung. Das Entwicklerteam erklärt, dass deren Spielweise so einzigartig wäre, dass sie einen unverhältnismäßig großen Entwicklungsaufwand verursachen könnte. Man wolle deshalb zunächst auf eine eigene spielbare Fraktion verzichten.
Nicht spielbar bedeutet nicht automatisch nicht vorhanden
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Die Abstimmung entscheidet ausschließlich über die Priorität der spielbaren Fraktionen.
Eine Fraktion, die nicht auf der Liste steht oder bei der Abstimmung schlecht abschneidet, muss deshalb nicht aus dem Spiel verschwinden. Sofern sie innerhalb des geplanten Kartenbereichs liegt, kann sie weiterhin als KI-gesteuerte politische Einheit auf der Kampagnenkarte vertreten sein.
Der Unterschied liegt vor allem im Umfang der Umsetzung. Spielbare Fraktionen sollen beispielsweise eigene:
- Mechaniken
- Einheiten-Roster
- Kampagnenziele
- Missionen
- Startbedingungen
erhalten.
Community soll Entwicklung beeinflussen
Die Abstimmung ist damit mehr als eine reine Fan-Umfrage. Creative Assembly möchte die Ergebnisse direkt in die Pre-Production einfließen lassen. Sie sollen unter anderem die historische Recherche und die Gespräche des Entwicklerteams beeinflussen.
Allerdings behält sich das Studio vor, von den Ergebnissen abzuweichen, wenn bestimmte Wünsche nicht mit anderen Design- oder Produktionsanforderungen vereinbar sind. In diesem Fall wollen die Entwickler der Community erklären, warum eine Entscheidung anders getroffen wurde.
Langfristig schließt Creative Assembly außerdem nicht aus, weitere Fraktionen nach dem Release hinzuzufügen. Die aktuelle Abstimmung soll zunächst vor allem dabei helfen, festzulegen, welche Fraktionen zum Start die aufwendigste und vollständigste Umsetzung erhalten.
Abstimmen kannst du im offiziellen Forum von Total War.