Total War: Medieval III: Entwickler äußern sich zu Jahreszeiten und Rundenzeiten

Die Entwickler äußern sich zur Rundenzeit und dem geplanten Kalendersystem.
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Creative Assembly hat weitere Details zur Kampagne von Total War: Medieval III verraten. Im Mittelpunkt steht diesmal die Frage, wie die geplanten 300 Jahre Mittelalter spielerisch abgebildet werden sollen.

Die Entwickler wollen dabei den klassischen Spielfluss der Total-War-Reihe beibehalten, gleichzeitig aber deutlich mehr Möglichkeiten zur individuellen Anpassung der Kampagnengeschwindigkeit bieten.

Ein Spielzug soll einem Jahr entsprechen

Für die Standardkampagne plant Creative Assembly aktuell ein Jahr pro Spielzug. Damit würde eine Kampagne über den gesamten vorgesehenen Zeitraum von rund 300 Jahren auch ungefähr 300 Spielzüge umfassen.

Die Jahreszeiten sollen dabei durch das Spiel wechseln. Vorgesehen sind sogar fünf Jahreszeiten:

  • Frühling
  • Sommer
  • Ernte
  • Herbst
  • Winter

Die zusätzliche Erntezeit soll dabei die besondere Bedeutung der Sommermonate für mittelalterliche Feldzüge widerspiegeln.

Eine Kampagne würde beispielsweise mit dem Frühling 1140 beginnen, anschließend in den Sommer 1141 und die Ernte 1142 wechseln und sich entsprechend weiterentwickeln.

300 Jahre, aber im klassischen Total-War-Tempo

Die Entwickler sehen darin eine besondere Herausforderung. Historisch soll Medieval III rund drei Jahrhunderte abdecken, gleichzeitig sollen einzelne Spielzüge aber nicht deutlich länger dauern als in bisherigen Total-War-Spielen.

Laut Creative Assembly ist die Zeit, die Spieler durchschnittlich mit einem einzelnen Spielzug verbringen, ein wichtiger Bestandteil des Spielgefühls. Total War soll dabei weiterhin zwischen sehr schnellen Strategiespielen und besonders umfangreichen, langwierigen Runden liegen.

Auch die Gesamtlänge einer Kampagne soll nicht völlig aus dem Rahmen fallen. Historische Total-War-Spiele waren häufig auf etwa 150 bis 200 Spielzüge ausgelegt.

Bei Medieval III würde die Standardkampagne mit rund 300 Zügen daher deutlich länger ausfallen.

Das späte Spiel soll sich deutlich anders anfühlen

Gerade die lange Kampagne soll laut Creative Assembly aber einen wichtigen Vorteil bieten: Die Welt kann sich über mehrere Jahrhunderte sichtbar verändern.

Als Beispiel nennt das Entwicklerteam den Übergang ins späte Spiel ungefähr ab Spielzug 200, was bei einem Start im Jahr 1140 etwa dem Jahr 1340 entsprechen würde.

Zu diesem Zeitpunkt sollen unter anderem:

  • spätmittelalterliche Militäreinheiten verfügbar sein,
  • sich die Wirtschaft stärker in Richtung urbaner Produktion entwickeln,
  • Handelsnetzwerke größer werden,
  • sich die politische und gesellschaftliche Identität eines Reiches verändern.

Damit soll eine Kampagne nicht einfach 300 Jahre lang denselben Spielablauf wiederholen. Stattdessen möchte Creative Assembly eine starke Progression schaffen, durch die sich das eigene Reich im Verlauf der Kampagne deutlich verändert.

Das Entwicklerteam spricht in diesem Zusammenhang von „vertical replayability“: Ein Durchlauf soll durch die Entwicklung über die Zeit interessant bleiben und nicht nur durch unterschiedliche Fraktionen.

Spieler können die Kampagnengeschwindigkeit selbst bestimmen

Besonders interessant ist jedoch die geplante Erweiterung der Kampagnenoptionen.

Creative Assembly arbeitet an einem flexibleren System, mit dem Spieler selbst festlegen können, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Spielzügen vergeht.

Als Beispiele nennt das Studio:

  • 5 Jahre pro Spielzug: Die Kampagne würde auf rund 60 Spielzüge schrumpfen und deutlich schneller voranschreiten.
  • 1 Jahr pro Spielzug: Die geplante Standardeinstellung mit rund 300 Spielzügen.
  • 4 Jahre pro Spielzug: Eine schnelle Kampagne mit ungefähr 75 Spielzügen.

Auch eine besonders umfangreiche Variante mit fünf Spielzügen pro Jahr wird als Beispiel genannt. Dadurch würde eine Kampagne auf rund 1.500 Spielzüge anwachsen.

Die konkreten möglichen Einstellungen sind allerdings noch nicht endgültig festgelegt.

Die Geschwindigkeit soll tatsächlich das Gameplay verändern

Ein wichtiger Punkt: Die Einstellung soll nicht lediglich bestimmen, wie schnell der Kalender voranschreitet.

Creative Assembly möchte, dass sich die unterschiedlichen Kampagnengeschwindigkeiten auch mechanisch bemerkbar machen. So sollen beispielsweise Bauzeiten, Armeebewegungen und Rekrutierungszeiten entsprechend angepasst werden.

Eine schnelle Kampagne wäre damit nicht einfach eine verkürzte Version derselben 300 Jahre, sondern würde tatsächlich eine schnellere Entwicklung der Spielwelt ermöglichen.

Das könnte besonders interessant für Spieler sein, die beispielsweise eine neue Fraktion ausprobieren möchten, ohne dafür mehrere hundert Spielzüge investieren zu müssen.

Auch die Alterung der Charaktere soll anpassbar werden

Zusätzlich denkt Creative Assembly über verschiedene Einstellungen für die Charakteralterung nach. Als mögliche Varianten nennt das Team eine realistische Alterung mit einem Jahr pro Spielzug sowie eine langsamere Alterung nach dem Vorbild von Medieval II, bei der ein Charakter beispielsweise erst nach zwei Spieljahren ein Jahr älter wird.

Auch hier handelt es sich noch um Überlegungen und keine endgültig bestätigten Funktionen.