Entwickler verraten geplanten Zeitraum von Total War: Medieval III

Creative Assembly verriet nun, welchen Zeitraum sie für die Kampagne von Total War: Medieval III ins Auge fassen.
Share

Creative Assembly hat weitere Details zu Total War: Medieval III bekannt gegeben. Nachdem das Entwicklerteam bereits seine Vision für den neuen Mittelalter-Teil vorgestellt hatte, geht es nun um eine der wichtigsten Fragen für eine historische Total-War-Kampagne: Wann beginnt und endet die Spielwelt?

Die aktuelle Planung sieht einen Zeitraum von rund 300 Jahren zwischen 1140 und 1440 vor. Creative Assembly betont allerdings, dass es sich dabei noch nicht um endgültig festgelegte Jahreszahlen handelt. Vielmehr soll der Zeitraum die gewünschte Entwicklung des Mittelalters abbilden.

300 Jahre voller Veränderungen

Die Wahl des Zeitraums ist laut Entwickler deutlich mehr als die Suche nach einem passenden Startdatum. Mit dem Beginn der Kampagne wird gleichzeitig festgelegt, welche historischen Entwicklungen die Spieler im weiteren Verlauf erleben können.

Gerade darin sieht Creative Assembly eine der großen Stärken des Mittelalters: Während sich die Welt innerhalb eines einzelnen Menschenlebens vergleichsweise langsam verändert, wandeln sich Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kriegsführung über mehrere Jahrhunderte enorm.

Diese Entwicklung soll sich auch im Gameplay von Medieval III bemerkbar machen. Die Spieler sollen im Laufe einer Kampagne das Gefühl bekommen, dass sich die Welt tatsächlich weiterentwickelt und sich das eigene Spiel im späteren Verlauf deutlich anders anfühlt als zu Beginn.

Vom Kreuzritter zum Plattenritter und zum Schießpulver

Ein besonders deutliches Beispiel ist die militärische Entwicklung. Die Kampagne soll mit der klassischen Generation der Kreuzritter beginnen und sich über die schwer gepanzerten Ritter des späten Mittelalters bis hin zu den ersten Einheiten mit Schießpulverwaffen entwickeln.

Auch abseits des Schlachtfelds soll es deutliche Veränderungen geben. Die Wirtschaft entwickelt sich weiter, Städte und Bevölkerung wachsen und politische sowie gesellschaftliche Reformen verändern die Reiche.

Gleichzeitig verschieben sich die großen Konflikte: Während religiöse Auseinandersetzungen und die Kreuzzüge zu Beginn eine wichtige Rolle spielen, gewinnen später Kriege zwischen größeren Reichen und entstehenden Staaten an Bedeutung. Herausforderungen wie Pest, Aufstände und Invasionen sollen die Kampagnen im späteren Spielverlauf prägen.

Warum startet Medieval III im Jahr 1140?

1140 bietet laut Creative Assembly einen besonders interessanten Ausgangspunkt. Die Kreuzzüge sind in vollem Gange und verschiedene Kreuzfahrerstaaten existieren bereits.

Gleichzeitig ist die politische Situation in vielen Teilen Europas und des Nahen Ostens äußerst dynamisch.

England befindet sich beispielsweise in der sogenannten Anarchy, einem Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Kaiserin Matilda und König Stephan. Im Heiligen Römischen Reich verschärft sich der Konflikt zwischen den Welfen und den Staufern – eine Entwicklung, die schließlich zum Aufstieg von Friedrich Barbarossa führen wird.

Auch im Nahen Osten herrscht Spannung. Die Seldschuken unter Zengi sorgen für zusätzliche Konflikte und führen gleichzeitig zu ungewöhnlichen Bündnissen und Verträgen zwischen muslimischen und christlichen Herrschern in der Levante.

Damit soll bereits der Kampagnenstart zahlreiche historische Konflikte und bekannte Persönlichkeiten bieten.

Vom mittelalterlichen Reich zum entstehenden Staat

Hinter dem gewählten Zeitraum steckt offenbar auch eine größere Designidee.

Creative Assembly sieht das Mittelalter nicht als Epoche klassischer Nationalstaaten. Vielmehr sollen sich die Reiche während der rund 300 Jahre allmählich verändern und eine stärkere eigene Identität entwickeln.

Ein Beispiel dafür ist Frankreich: Zu Beginn könnte der Spieler ein noch vergleichsweise dezentralisiertes Frankreich führen und versuchen, die Macht der Krone zu zentralisieren. Gleichzeitig ziehen französische Ritter in die Kreuzzüge.

Im späteren Spielverlauf verschiebt sich der Schwerpunkt. Die Konflikte im Heiligen Land verlieren an Bedeutung, während große Kriege zwischen europäischen Reichen – beispielsweise zwischen Frankreich und England – in den Vordergrund rücken.

Am Ende der Kampagne warten schließlich völlig andere Herausforderungen: Urbanisierung, Pest, Bauernaufstände und groß angelegte Kriege zwischen mehreren Reichen.

Auch Ägypten soll eine eigene Entwicklung ermöglichen

Creative Assembly nennt außerdem ein Beispiel für eine mögliche Kampagne mit den Ayyubiden in Ägypten.

Auch hier soll die historische Entwicklung lediglich den Ausgangspunkt darstellen. Die Spieler könnten versuchen, Ägypten durch die turbulenten Jahrhunderte zu führen und beispielsweise Entwicklungen nachvollziehen oder verändern, die historisch zum Aufstieg der Mamluken führten.

Damit möchte das Entwicklerteam historische Ereignisse offenbar weniger als festgelegten Ablauf verstehen, sondern als Ausgangslage für die eigene Sandbox-Geschichte.

Der genaue Starttermin ist noch nicht endgültig

Wichtig ist dabei: 1140 und 1440 sind noch nicht in Stein gemeißelt.

Creative Assembly weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Details noch verändern können. Ob die Kampagne tatsächlich exakt im Jahr 1140 beginnt oder beispielsweise ein oder zwei Jahre früher beziehungsweise später, steht noch nicht endgültig fest.

Entscheidend sei vielmehr der grobe Zeitraum von etwa drei Jahrhunderten.